Nach der Abschiebung von Z. am vergangenen Dienstag letzter Woche (HNA berichtete am 25.03.) melden sich die Witzenhäuser Grünen zu Wort und fordern Konsequenzen: „Es könne einfach nicht sein, dass fast sämtliche Akteur*innen der Kommunalpolitik stillschweigend zusehen“, so Daniel Böttcher, Mitglied der Witzenhäuser Grünen. „Witzenhausen hat sich im November letzten Jahres mit einem einstimmigen Beschluss zum Sicheren Hafen erklärt. Daraus folgt auch, sich für geflüchtete Menschen verantwortlich zu fühlen und dementsprechend zu handeln!“
Die 61-jährige Z. war am vergangenen Dienstag nach 9 Jahren Aufenthalt in Deutschland nach Äthiopien abgeschoben worden. Sie nahm auf vielfältige Weise am gesellschaftlichen Leben Teil und hat vor kurzem eine Ausbildung zur Alltagsbegleiterin gemacht. In Witzenhausen war sie Vielen bekannt und wurde als Mitmensch geschätzt.
Vor diesem Hintergrund kritisiert Böttcher auch Bürgermeister Daniel Herz: „Herr Herz ist auf verschiedenen Social-Media-Kanälen aktiv und berichtet dabei täglich über Neuigkeiten aus Witzenhausen und Umgebung. Zur Abschiebung hat er sich hingegen nicht geäußert. Ich würde mir wünschen, dass sich das ändert und Herr Herz die Hintergründe dieses Falls thematisiert.“
So blieben viele Fragen offen: beispielsweise weshalb die Anwältin während der Abschiebung nicht ordnungsgemäß informiert, Z. nicht nach Eritrea, sondern Äthiopien abgeschoben wurde und warum der blutige, kriegerische Konflikt in Äthiopien für die Bewertung des Falls keine Rolle zu spielen schien. Denn dort kommt es aktuell in der Region Tigray immer wieder zu Massakern an unbeteiligten Zivilist*innen.
Aus Erfahrungswerten gestalten sich Diskussionen um Abschiebungen in Witzenhausen schwierig, weil von Seiten der Politik immer wieder auf die mangelnden Befugnisse der Kommunalpolitik verwiesen wird. Es sei dabei sinnvoller, sich an höhere Stellen wie den Landkreis oder gar das Land Hessen zu wenden. Insemarie Krause, auch Mitglied im Witzenhäuser Ortsverband, sieht das anders: „Wir müssen aufhören, Verantwortung von uns zu schieben. Wenn uns Mitmenschen wie Z. nicht egal sind, dann sollten wir versuchen, tätig zu werden. Mangelnde Befugnisse spielen keine Rolle, wenn man einen Diskurs darüber führen möchte, ob solche Abschiebungen gerecht sind. Wenn man etwas verändern will, nützt es nicht zu behaupten, man könne nichts ändern.“



Neuste Artikel
Bundestagsabgeordnete Awet Tesfaiesus lud zu politischer Bildungsfahrt nach Berlin ein
Berlin, 1. April 2026. Rund 50 Bürgerinnen und Bürgern aus ihrem Wahlkreis (Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner) sowie den angrenzenden Landkreisen Kassel und Schwalm-Eder sind der Einladung der Bundestagsabgeordneten Awet Tesfaiesus (Bündnis 90/Die Grünen) zu einer Bildungsfahrt nach Berlin gefolgt. Unter den Teilnehmenden waren viele junge Menschen. Tesfaiesus: „Ich freue mich besonders, dass bei dieser Fahrt viele Schülerinnen und…
Abend der Kultur im Landtag
Felix Martin freut sich über Teilnehmer aus dem Kreis Zum zweiten Mal fand der Abend der Kultur in Wiesbaden statt und würdigt das Engagement der hessischen Kulturszene. Felix Martin, lokaler Landtagsabgeordneter (Grüne), begrüßte für den Werra-Meißner-Kreis die Veranstalter von „Weltklassik am Klavier“ Erika Heinitz und Sohn Sebastian Loll: „Ich freue mich sehr, dass Gäste aus…
Eschwege
Pressemitteilung zur Bürgermeisterstichwahl in Eschwege am 29. März 2026
Die Grünen haben sowohl mit der SPD als auch mit der CDU offene Gespräche über eine Wahlempfehlung der Grünen für ihren Bürgermeisterkandidaten in der Stichwahl am 29.März geführt. Für beide Seiten wichtige Punkte wurden angesprochen – im Ergebnis gibt es gemeinsame Ziele und das Vertrauen, dass eine verlässliche Zusammenarbeit in der nächsten Legislatur möglich ist.
Ähnliche Artikel
Ehrenamt
Kunstrasen für Witzenhausen?
Grundsätzlich ist es zu begrüßen dass die Fußballvereine und und mit ihnen eine Vielzahl Ehrenamtlicher unterstützt werden sollen. Fußball ist ein Breitensport, der viel zur Integration beiträgt. Es ist wie überall, wo zusammen gespielt, gefeiert und kommuniziert wird, gibt es weniger Probleme und es wird Verständnis füreinander aufgebaut.
Mobilität
Weniger Schwerverkehr, weniger Lärm, mehr Schiene!
Die Planung und der Bau der Werrabrücke werden noch viele Jahre dauern, frühestens wird 2031 damit begonnen. Es stellt sich die Frage, ob die Planung, die Hessen Mobil nun durch Frau Strecker für einen Teilbereich der B 451 vorstellen ließ, somit nicht überflüssig ist.
Bürgermeisterwahl
Gardis v. Gersdorff will erste GRÜNE Bürgermeisterin von Witzenhausen werden
Bei der Bürgermeisterwahl in Witzenhausen kandidiert Gardis von Gersdorff für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Einstimmig nominierte die Mitgliederversammlung die promovierte Agrarwissenschaftlerin für die Wahl am 8. Oktober.