Landwirtschaft

Gefährliche Pestizidexporte stoppen – aber wie?

Der Arbeitskreis Landwirtschaft der GRÜNEN im Werra-Meißner Kreis lädt zu einem Workshop zum Thema Pestizidexporte mit den Grünen Politiker*innen Hans-Jürgen Müller (MdL Hessen), Debbie Düring (MdB) und Awet Tesfaiesus (MdB) ein.

Mittwoch, 11. Januar 2023, 19:00 Uhr Stadtraum, Ermschwerder Str. 6, Witzenhausen
Bitte anmelden unter: regionalbuero@mueller-witzenhausen.de

Im Rahmen eines interaktiven Workshop-Formats soll diskutiert werden, wie ein effektives Exportverbot hochgefährlicher Pestizide aussehen könnte und welche Schritte auf internationaler Ebene dafür nötig wären. Es soll nicht nur betrachtet werden, was ein Pestizidverbot für die Landwirtschaft im Globalen Süden bedeuten könnte, sondern im Kontext des 125. Gründungsjahres der Deutschen Kolonialschule Witzenhausen überlegt werden, welche Erinnerungskultur nötig ist, um den eigenen Verstrickungen in globale Ungleichheiten begegnen zu können.

Hintergrund:

Der globale Handel mit Pestiziden ist ein Milliardengeschäft mit verheerenden Folgen. Jedes Jahr kommt es weltweit zu etwa 385 Millionen akuten Pestizidvergiftungen mit mindestens 10.000 Todesfällen – 99% davon im Globalen Süden.

Deutsche Unternehmen gehören zu den größten Exporteuren von teilweise hochgefährlichen Pestiziden. Neben akuten Vergiftungserscheinungen bei Menschen, die Pestizide z.B. ohne Schutzkleidung versprühen oder in der Nähe betroffener Anbauflächen leben, gibt es chronische Schäden wie ein erhöhtes Krebsrisiko, Schädigungen des Erbguts oder Fehlbildungen von Föten. Hinzukommen fatale Folgen für Biodiversität und Umwelt.

Aus diesen Gründen ist eine Reihe von Produkten und Wirkstoffen in der EU verboten oder nicht zugelassen. Der Export dieser Gifte in Drittländer ist jedoch erlaubt, obwohl dort die Sicherheitsstandards oft niedriger und dadurch die Gefahren für Mensch und Umwelt noch größer sind.  Zudem gelangen so viele der in der EU verbotenen Pestizide in Form von Rückständen in importiertem Obst und Gemüse zurück nach Europa.  Doppelstandards und Eigeninteressen der „Geber“ in der sogenannten Entwicklungszusammenarbeit stehen in Kontinuität kolonialer Machtverhältnisse.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft prüft derzeit ein Exportverbot von hierzulande verbotenen Pestiziden, auch auf EU-Ebene bewegt sich etwas.

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