In der letzten Kreistagssitzung vor der Kommunalwahl standen insbesondere Themen der interkommunalen Zusammenarbeit, der Wirtschaftsförderung sowie des Tourismus auf der Tagesordnung.
Interkommunale Zusammenarbeit – Zentrale Vergabestelle
Der Kreistag befasste sich mit der Beteiligung an einer interkommunalen Zusammenarbeit zur Wahrnehmung von Aufgaben des Auftrags- und Vergabewesens. Ziel ist die Einrichtung einer gemeinsamen Zentralen Vergabestelle mit Städten und Gemeinden im Landkreis.
Acht Kommunen haben ihre Zustimmung bereits signalisiert. Die Bündelung von Fachkompetenz und die Entlastung kleiner Verwaltungen sind aus unserer Sicht sinnvolle Schritte, um Vergabeverfahren rechtssicher und effizient zu gestalten.
Frau-Holle-Land Marketing GmbH
Ein zentraler Punkt war die Umbenennung der Werratal Tourismus Marketing GmbH (WTMG) in Frau-Holle-Land Marketing GmbH sowie die damit verbundene Anpassung des Gesellschaftsvertrags.
Wir als Grüne Fraktion haben diese Umbenennung ausdrücklich begrüßt. Die Marke Frau Holle ist weit über die Region hinaus bekannt und steht für Natur, Kultur und Identität des Werra-Meißner-Kreises. Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis – vom Rad- und Wandertourismus bis zu saisonalen Highlights wie der Kirsch- oder Mohnblüte. Eine klare, verständliche und regionale Markenführung stärkt die touristische Vermarktung nachhaltig.
Wirtschaftsförderungsgesellschaft
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner mbH bietet wertvolle Unterstützung für unsere regionalen Betriebe. Laut einer aktuellen Umfrage schätzen diese insbesondere die Fördermittelberatung, das Vermarkten der Region sowie das Anwerben von Fachkräften. Während einige Parteien die Gesellschaft auflösen und die Wirtschaftsförderung komplett in der Kreisverwaltung ansiedeln wollen sind wir der Meinung, dass eine unabhängige Gesellschaft einen besseren Draht zur Wirtschaft finden kann, als das innerhalb einer Verwaltung möglich ist. Gleichzeitig unterstützen wir den Strukturprozess über die Zukunft der WFG und wollen im nächsten Kreistag zu einer sachlich fundierten Entscheidung im Sinne der regionalen Wirtschaft beitragen.
Kostenübernahme von Mieterbundbeiträgen
Ein Antrag der Fraktion DIE LINKE zur Kostenübernahme von Mieterbundbeiträgen für Transferleistungsempfänger*innen wurde intensiv diskutiert.
Angesichts der angespannten Finanzlage des Kreises ist eine pauschale Übernahme schwierig. Wir haben jedoch deutlich gemacht, dass wir die Kostenübernahme in begründeten Einzelfällen ausdrücklich begrüßen.
Zum Vergleich wurde auf weniger als 50 Fälle im Landkreis Kassel verwiesen. Auch wenn laut Kreisausschuss eine Einzelfallentscheidung nicht zwingend als Antrag notwendig sei, halten wir den Antrag weiterhin für berechtigt. In der Abstimmung stimmten die Fraktionen der LINKEN und der GRÜNEN dafür, der Antrag wurde jedoch mit 38 Gegenstimmen abgelehnt.



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