Ende Januar wurde über die Schulbusse im Werra-Meißner-Kreis in der hessenschau berichtet unter der Überschrift „Zu voll, zu spät, zu unsicher“. In dem Bericht heißt es, dass viele Busse seit dem Betreiber-Wechsel Ende 2023 nicht mehr zuverlässig fahren, Unterricht erst verspätet starten kann und Busse überfüllt sind. Außerdem kam es im Raum Großalmerode zu einem Vorfall, bei dem ein Bus mit Schulkindern mit offener Tür gefahren ist. In dem Beitrag schilderte ein elfjähriger Schüler, er hätte Angst gehabt aus dem Bus zu fallen. Der Kreiselternbeirat hatte den Vorfall zur Strafanzeige gebracht.
Bislang wurden die betroffenen Strecken vom regionalen Unternehmen Frölich Reisen aus Hessisch Lichtenau bedient. Bei der vorgeschriebenen europaweiten Ausschreibung erhielt das überregional agierende Unternehmen DB Regiobus Mitte den Zuschlag. Alleiniger Grund für den Betreiber-Wechsel sei der günstigere Preis gewesen. Die Entscheidung wurde vom NVV in Absprache mit dem Nahverkehr Werra-Meißner getroffen.
Kreistagsabgeordneter Felix Martin: „In jeder privaten Kaufentscheidung spielt das Verhältnis von Preis und Leistung eine zentrale Rolle. Ebenso sollte unserer Meinung nach bei öffentlichen Ausschreibungen neben dem Preis auch die Qualität der Leistung, die Arbeitsbedingungen und die Erfahrung der Anbieter mit den örtlichen Gegebenheiten eine Rolle spielen.“
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag hat einen Berichtsantrag eingebracht, mit dem die Hintergründe des zum Betreiberwechsel beleuchtet werden sollen und hinterfragt wird, ob es nicht möglich gewesen wäre, neben dem Preis weitere Kriterien im Ausschreibungstext zu verankern. Außerdem fragen die Grünen, was der Kreis seit Bekanntwerden der Probleme unternommen hat und wie er künftig die Sicherheit, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit in der Schülerbeförderung sicherstellen will.



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