SPD und CDU haben angekündigt die Stelle eines weiteren hauptamtlichen Beigeordneten im Werra-Meißner-Kreis schaffen zu wollen. Dafür wollen sie am 01. März den zusätzlichen Posten in der Hauptsatzung des Kreises verankern. Bislang stehen die Landrätin und der Erste Kreisbeigeordnete an der Kreisspitze – in Zukunft könnte es noch einen dritten hauptamtlichen Beigeordneten geben.
Grünen-Vorstandssprecher Felix Martin: „Das neue Bündnis aus SPD und CDU nutzt gleich die erste Kreistagssitzung um einen zweiten hauptamtlichen Beigeordneter im Stellenplan einzurichten. Das unser Kreis mit unter 100.000 Einwohnern genauso viele hauptamtliche Politiker bekommen könnte wie der größte hessische Landkreis mit über 400.000 Einwohnern ist das Gegenteil einer sparsamen Verwendung von Steuergeldern durch die neue Koalition.“
Die Entscheidung, welches Personal eingestellt wird und ob sowie ggf. für welche Fachbereiche die Kreisbeigeordneten zuständig sein würden liegt allein in der Entscheidungshoheit der Landrätin.
Fraktionsvorsitzende Sigrid Erfurth ergänzt: „Auch fachlich ist das Vorhaben höchst bedenklich. Für die Fachbereichsleitung Bauen und Umwelt etwa wird die Befähigung zum höheren technischen Dienst in der Fachrichtung Architektur bzw. Städtebau oder ein Studium der Architektur bzw. Bauingenieurwesen vorausgesetzt. Für einen politischen Beigeordneten gibt es hingegen überhaupt keine formelle Mindestqualifikation. Ob der Plan von SPD und CDU aufgeht obliegt allein der Entscheidung der Landrätin. Es könnte also sein, dass die Kreistagsmehrheit einen weiteren hauptamtlichen Beigeordneten beschließt, am Ende aber doch gar keine anderen Stellen wegfallen.“
Der neue Beigeordnete bezöge in Besoldungsstufe B3 ein Monatsgehalt von 8.440€. Dazu kommen etwa eine Dienstaufwandsentschädigung, Reisekosten, Beihilferückstellungen, Versorgungsaufwendungen und technische Ausstattung.
Felix Martin weiter: „Über die Wahlzeit von sechs Jahren würde das Mehrkosten von weit über 1 Millionen Euro bedeuten. Wir haben eine Anfrage an die Landrätin gestellt um die möglichen Mehrkosten genauer beziffern zu können und auch erfragt, wie sie sich verhalten wird. Noch hat Nicole Rathgeber nämlich nicht beantwortet, ob sie überhaupt vor hat Fachbereichsleitungen an die Beigeordneten zu vergeben. Das muss der Kreistag aber wissen, bevor er über das Vorhaben entscheidet.“
Erfurth abschließend: „Wir Grüne werden den Antrag zur Änderung der Hauptsatzung ablehnen. Es ist unverhältnismäßig, sachlich nicht notwendig und finanziell schädlich für unseren Kreis – Wir brauchen keinen weiteren Beigeordneten.“



Neuste Artikel
Abend der Kultur im Landtag
Felix Martin freut sich über Teilnehmer aus dem Kreis Zum zweiten Mal fand der Abend der Kultur in Wiesbaden statt und würdigt das Engagement der hessischen Kulturszene. Felix Martin, lokaler Landtagsabgeordneter (Grüne), begrüßte für den Werra-Meißner-Kreis die Veranstalter von „Weltklassik am Klavier“ Erika Heinitz und Sohn Sebastian Loll: „Ich freue mich sehr, dass Gäste aus…
Eschwege
Pressemitteilung zur Bürgermeisterstichwahl in Eschwege am 29. März 2026
Die Grünen haben sowohl mit der SPD als auch mit der CDU offene Gespräche über eine Wahlempfehlung der Grünen für ihren Bürgermeisterkandidaten in der Stichwahl am 29.März geführt. Für beide Seiten wichtige Punkte wurden angesprochen – im Ergebnis gibt es gemeinsame Ziele und das Vertrauen, dass eine verlässliche Zusammenarbeit in der nächsten Legislatur möglich ist.
„CSU-Minister plant, Fördermittel für die ländlichen Räume zu streichen – Projekte vor Ort gefährdet“
Die bekanntgewordenen Pläne von Bundeslandwirtschafts- und Heimatminister Alois Rainer, in diesem Jahr 150 Millionen Euro bei der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) zu streichen, sind ein Grund zur Sorge für die Menschen auf dem Land.
Ähnliche Artikel
Frauen
Weltfrauentag: Grüne kritisieren geringen Frauenanteil zur Kommunalwahl
Für den Kreistag kandidieren insgesamt 173 Männer, aber nur 80 Frauen. Besonders deutlich werde das Missverhältnis bei CDU (23 Prozent Frauen), SPD (22 Prozent Frauen) und Freien Wählern (21 Prozent Frauen). Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis haben ausschließlich die Grünen.
Gesundheit
Es braucht schnelle und unkomplizierte Lösung für Praxis in der Reichensächser Straße
Es gab in der Vergangenheit offensichtlich Fehler in der Verwaltung und diese Fehler müssen schnell und unkompliziert behoben werden. Dafür muss das Hütchenspiel um die Zuständigkeiten umgehend enden.
Kreistag
Bericht aus dem Kreistag vom 09. Februar 2026
In der letzten Kreistagssitzung vor der Kommunalwahl standen insbesondere Themen der interkommunalen Zusammenarbeit, der Wirtschaftsförderung sowie des Tourismus auf der Tagesordnung.