Die Bundestagsabgeordnete Awet Tesfaiesus (Bündnis 90/Die Grünen) besuchte am vergangenen Dienstag den Verein für Regionalentwicklung (VfR) Werra-Meißner zum Austausch über die Zukunft der LEADER-Förderung im Landkreis.
Die aktuelle Haushaltsplanung der Europäischen Union für die Förderphase 2028-2034 gefährdet die Fördermittel für den ländlichen Raum, wovon der Werra-Meißner-Kreis direkt betroffen sein könnte.
Awet Tesfaiesus: „Das LEADER-Förderprogramm hilft ländlichen Kommunen und Kreisen seit 35 Jahren, eigene Projekte zu finanzieren. Doch die Zukunft des Programms ist unsicher: Die EU plant eine Umstrukturierung ihrer Fonds ab 2028. Gerade dort, wo Förderung besonders nötig ist, könnten LEADER-Mittel künftig fehlen. Die Bundesregierung hat bisher nur Lippenbekenntnisse zu LEADER gemacht, zeigt aber keinen Einsatz für das Programm auf EU-Ebene. Ich habe daher gemeinsam mit der Grünen Bundestagsfraktion einen Antrag eingebracht, um LEADER auch zukünftig zu sichern. Insbesondere geht es mir darum, dass die vorhandenen Gelder weiterhin dem ländlichen Raum, also auch den Menschen hier in meinem nordhessischen Wahlkreis, zu Gute kommen.“
Im Gespräch mit Sabine Wilke vom VfR wurde deutlich, dass der Werra-Meißner-Kreis bisher sehr von LEADER profitiert hat. Gefördert wurden u.a. Gründungen von Kleinunternehmen und medizinischen Praxen, die technische Ausstattung von Vereinen und ehrenamtlich betriebenen Museen, die Kinder- und Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehren und anderen Organisationen, verschiedene SoLaWis, Spielplätze in kleinen Kommunen, Sport-Tracks, Wander- und Radrouten und vieles mehr im gesamten Landkreis. Sabine Wilke:
„Das Besondere an LEADER ist, dass Akteure aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Kommunalpolitik, Kirchen, Vereinen und Wirtschaft in lokalen Aktionsgruppen zusammenkommen und gemeinsam über sinnvolle Projekte für den Werra-Meißner-Kreis entscheiden. Diese Bottom-Up-Struktur zu erhalten, ist uns ein besonderes Anliegen. Wir freuen uns, dass Frau Tesfaiesus das Thema auf der Bundesebene aufgreift und wir hier im Kreis eng zusammenarbeiten, um uns für den Erhalt des Förderprogrammes einzusetzen.“
„LEADER ist mehr als Förderung. Es ist Vertrauen in die Menschen vor Ort und ihre Ideen. Ohne LEADER würden viele wichtige Projekte in unseren Gemeinden nicht realisiert werden“, ergänzt Awet Tesfaiesus: „Wir brauchen jetzt klare Signale: LEADER muss ab 2028 im EU-Haushalt gesichert sein – für alle Regionen.“
Hintergrund
LEADER ist ein Ansatz der Regionalentwicklung, mit dem Menschen in ländlichen Räumen ihre Region gemeinsam gestalten. Das Programm existiert seit den 1990er Jahren; aktuell gibt es 372 LEADER-Regionen in Deutschland und rund 2700 europaweit.
Im Mittelpunkt steht der Bottom-Up-Ansatz: Bürger*innen entwickeln vor Ort gemeinsam Strategien und entscheiden mit, welche Projekte gefördert werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Lokale Aktionsgruppe (LAG), in der Vertreterinnen aus Kommune, Vereinen, Wirtschaft, Kultur- und Sozialbereich zusammenarbeiten und über Förderprojekte entscheiden.
Der Verein für Regionalentwicklung Werra-Meißner e.V. koordiniert die LEADER-Projekte im Landkreis und begleitet die Lokalen Aktionsgruppen in ihrer Arbeit.



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