Statt Rente als „Basissicherung“ – Grüner Fahrplan für längeres, gesundes Arbeiten

Awet Tesfaiesus, Bundestagsabgeordnete (Bündnis 90/Die Grünen):

Berlin, 27.04.2026 –

Während Bundeskanzler Friedrich Merz zuletzt mit seinen Äußerungen zur Rente als bloße „Basissischerung“ für Schlagzeilen sorgt, hat die Grüne Bundestagsfraktion einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der den Fokus darauf setzt, den Menschen das längere Arbeiten in Gesundheit zu ermöglichen und gleichzeitig das Rentensystem zu entlasten.

Dazu Awet Tesfaiesus, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Hersfeld-Rotenburg / Werra-Meißner: „Wir kritisieren ausdrücklich die Position von Friedrich Merz, der die gesetzliche Rente zu einer bloßen Basissicherung reduzieren will. Wer wenig verdient und jeden Tag mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kämpfen hat, kann nicht in die private Altersvorsorge investieren.“

Tesfaiesus ergänzt: „Renten-, Arbeits- und Gesundheitspolitik müssen zwangsläufig Hand in Hand gehen, um auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Beschäftigten einzugehen.“

Im Mittelpunkt des Reformvorschlags der Grünen steht eine frühzeitige Prävention im Betrieb: Durch gezielte Risikoanalysen und passgenaue Gesundheitsangebote sollen Erkrankungen möglichst verhindert werden, bevor sie überhaupt entstehen.

Gleichzeitig soll der Bereich der Rehabilitation deutlich ausgebaut werden. Insbesondere bei psychischen Erkrankungen ist eine Erweiterung der Angebote geplant, verbunden mit kürzeren Wartezeiten und der Abschaffung der bisherigen Budgetbegrenzungen. Ziel ist es, Betroffenen schneller und umfassender zu helfen, damit sie möglichst lange im Arbeitsleben bleiben können.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63“. Anstelle früher, oft pauschaler Verrentungen sollen stärkere Anreize geschaffen werden, freiwillig länger zu arbeiten. Dazu gehören höhere Rentenzuschläge für zusätzliche Arbeitsjahre sowie die Übernahme von Arbeitgeberbeiträgen für bereits verrentete, aber weiterbeschäftigte Personen.

Neu eingeführt werden soll zudem eine sogenannte Überlastungsschutzrente. Sie richtet sich an Beschäftigte, die aus gesundheitlichen Gründen kurz vor dem regulären Renteneintritt nicht mehr arbeiten können. Für sie soll der Zugang zur Erwerbsminderungsrente bereits bis zu zwei Jahre früher erleichtert werden. Die Erwerbsminderungsrente soll darüber hinaus grundlegend reformiert werden: Ungerechte Abschläge sollen abgeschafft, der Kündigungsschutz verbessert und die Rehabilitationsleistungen insbesondere für teilweise erwerbsgeminderte Menschen ausgeweitet werden.

„Ein gesundes Arbeitsumfeld ist die Basis für ein freiwilliges und längeres Arbeiten im Alter“, sagt Awet Tesfaiesus. „Durch gezielte Prävention und eine leistungsfähige Rehabilitation reduzieren wir Erwerbsminderungen und schaffen faire Bedingungen für alle, die länger arbeiten wollen – und gleichzeitig für jene, die es aus gesundheitlichen Gründen nicht können.“

Die geplanten Reformen sparen nach Berechnungen der Grünen zwischen 10 und 15 Mrd. Euro und decken damit die Kosten von maximal 2 Mrd. Euro für die neuen Präventions‑ und Reha‑Maßnahmen. Das Ergebnis: eine stabile Rentenversicherung, geringere Beitragslast für die junge Generation und gestärkte Generationengerechtigkeit.

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